Thema 1: Einführung ins Thema

In Österreich gibt es derzeit noch keine fest verankerte strukturelle, explizite Berücksichtigung von Maker Education und Computational Thinking an den Schulen der Primarstufe und Sekundarstufe 1.

In den Lehrplänen der Primarstufe II finden sich Themen des Erfahrungs- und Lernbereichs Techniks, wo es bereits darum gehen soll, spezifische Arbeitstechniken anzuwenden und damit zu experimentieren – beim Probieren und konstruierenden Tun im Sachunterricht sollen Kinder erste Einsichten in Arbeitsweisen des Experimentierens gewinnen.

In der Sekundarstufe 1 werden Aspekte  zum einen im Fach Digitale Grundbildung sowie im Technischen Werken bearbeitet. Die neuen Lehrpläne für Primar- und Mittelstufe(Jänner 2023, gültig ab Schuljahr2023/24) enthalten sowohl die Begrifflichkeiten Computational Thinking, Design Thinking und Entrepreneurship Education sowie vielfältige Bezüge zu globaler Nachhaltigkeit und Global Citizenship Education – wie dies in die Praxis umgesetzt wird kann erst die Zukunft zeigen.

Neue Lehrpläne verweisen auf den Seiten 74 und 79 auf Computational Thinking und auf den Seiten 9, 74, 81 auf Design Thinking. Global Citizenship Education wird auf den Seiten 2, 6 und 7 erwähnt.

Seit 2017 findet an Pädagogische Hochschulen ein Pilotprojekt statt („Denken lernen, Probleme lösen (DLPL)”); wissenschaftlich begleitet sollten hier kreatives Denken und Problemlösen in den Mittelpunkt gestellt werden um die kreative Schaffenskraft der Kinder der Primarstufe und Sek 1 und ihre Problemlösefähigkeiten zu fördern. Dabei erhielten ausgewählte Schulen technische Ausstattung für die Umsetzung von Maker Education sowie auch Begleitung der Lehrkräfte.

Folgeprojekte waren die Logic-Box und nun  Digi-case: Ab dem Schuljahr 2023/24 soll „Denken Lernen, Probleme Lösen (DLPL) mit digi.case“ österreichweit umgesetzt werden. Auf Ebene des Bildungsministeriums wird an einem Gesamtkonzept zur Implementierung von Computational Thinking im österreichischen Bildungssystem gearbeitet.

Außerhalb des schulischen Sektors bieten Technische Universitäten und andere Bildungseinrichtungen immer wieder vereinzelte Angebote an: Etwa sogenannte Maker Days an, unterschiedlich je nach Bundesland. Maker Labs und Makerspaces veranstalten teilweise auch Programme für Kinder und Jugendliche. In Salzburg gibt es etwa in Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek immer wieder Workshopangebote für Kinder und Jugendliche. Auch Maker Faires (in Wien und anderen Bundesländern) werben mit Mitmachstationen, ergänzt mit spannenden Vorträgen  für Multiplikator:innen und Workshops. Kinder und Jugendliche sollen damit auf kreative und spielerische Weise für Wissenschaft begeistert werden. Zusätzlich gibt es eine Reihe von außerschulischen Angeboten im MINT Bereich.

Quelle: pexels.com