Thema 2: Stakeholders, Initiativen und Good Practices

Die folgenden Initiativen in Österreich setzen sich bereits gegen Lebensmittelverschwendung ein. Zur besseren Übersicht sind sie in drei Kategorien eingeteilt: Auf Gewinn ausgerichtete Unternehmen, Gemeinnützige Vereine und Initiativen sowie Netzwerke.

I. Auf Gewinn ausgerichtete Unternehmen:

https://krut.cc/ 

Zu groß, zu klein, zu viel, zu krumm – das Gemüse ist zwar frisch, wird jedoch oft erst gar nicht geerntet, landet im Müll oder in der Biogasanlage. Krut macht daher die traditionell koreanische Speise Kimchi daraus – das ist nicht nur nachhaltig, sondern auch äußerst gesund.

https://www.soogut.at/ 

Selbstbestimmtes und nachhaltiges Einkaufen: Rund 39 Tonnen Lebensmittel pro Woche übernehmen die gemeinnützigen soogut-Sozialmärkte und versorgen knapp 36.000 Menschen in Niederösterreich fast täglich mit günstigen Lebensmitteln. Menschen, die mit wenig Geld haushalten müssen, können an den insgesamt 10 Standorten qualitativ hochwertige Lebensmittel und Alltagsgüter zum Drittelpreis einkaufen, ebenso wie Second Hand Kleidung.

https://www.toogoodtogo.com/de-at 

Essen retten am Smartphone: Zu gut, um es wegzuwerfen: Too Good To Go bietet via App eine Möglichkeit, Lebensmittel vor der Mülltonne zu bewahren. Über die App verkaufen bereits über 1.500 Betriebe wie Bäckereien, Restaurants, Cafés, Hotels, Produzenten und Supermärkte ihr überschüssiges, aber einwandfreies Essen zu einem Drittel des Preises an Selbstabholerinnen und Selbstabholer.

https://www.unverschwendet.at/ 

Überschüsse zu Feinkost: Das Unternehmen vom Schwendermarkt in Wien verbindet Essen Retten mit Feinkost. Unverschwendet sammelt überschüssiges Obst und Gemüse und verwandelt dieses in köstliche Produkte und (Firmen-)Geschenke: von Marmelade über Sirup bis hin zu Eingelegtem. Produkten die „nicht schön genug“ für den Markt sind, wird so ein neues Leben geschenkt.

https://www.hutundstiel.at/ 

Kreislaufwirtschaft vorgelebt: Hut & Stiel sammelt den Kaffeesatz von Wiener Kaffeehäusern ein – der ansonsten ohnehin im Restmüll landen würde – und verwandelt ihn zu Pilzsubstrat, was als Nährboden für Austernpilze verwendet wird. Das heißt: aus dem Bio-Kaffeesatz sprießen schon bald Pilze, aus denen zum Beispiel Pilzwürstel, Pesto, Aufstriche, Schwammerlgulasch oder Sugo entstehen. Hier geht es zwar nicht primär um eine Initiative gegen Lebensmittelverschwendung, aber weil wir die Idee der Kreislaufwirtschaft und der ressourcenschonenden Produktion spannend finden, wollen wir euch Hut & Stiel nicht vorenthalten.

https://www.retterbox.at 

Gerettete Lebensmittel direkt nach Hause bestellen: Dann könnt ihr ein Biokistl von afreshed bestellen. Die Retterboxen des Linzer Start-ups enthalten Bio-Obst und -Gemüse, das von der “Supermarkt-Norm” abweicht oder aus Überproduktion stammt und ansonsten wohl im Müll gelandet wäre. Die Lebensmittel bezieht afreshed direkt von Landwirt*innen aus Österreich und Italien. Die Boxen könnt ihr derzeit in allen Bundesländern außer in Vorarlberg, Tirol und Kärnten bestellen.

II. Gemeinnützige Organisationen & Initiativen:

https://www.act2gether.at 

Die Kärntner Foodsharing-Initiative: Die Foodsharing-Initiative des Kärntner Vereins “Together” ist ein großes, buntes Miteinander: Es werden an den Verteilerstellen nicht nur Lebensmittel ausgetauscht, man trifft sich auch zum Plaudern und gemeinsamen Kochen. Jede und jeder kann überschüssige Lebensmittel abgeben oder kostenlos abholen.

https://brotpiloten.at/ 

Backwaren frisch von gestern: Die Brotpiloten:innen haben sich eine ganz besondere Nische ausgesucht: Sie geben Backwaren ihrer Partner-Bäckereien eine zweite Chance, indem sie sie auf Events und Märkten weitergeben – zum Beispiel jeden Samstag am Yppenplatz in Wien. Anhand der andernfalls verschwendeten Backwaren schaffen sie so Bewusstsein für die Wertigkeit von Lebensmitteln.

https://www.caritas-leo.at/ 

Nachhaltige Unterstützung: Auch im Rahmen der Caritas gibt es eine große Bewegung gegen Lebensmittelverschwendung: Le+O rettet Essen vor der Tonne und verteilt einmal wöchentlich Frisch- und Haltbarprodukte an armutsbetroffene Menschen. Zusammen mit fast 1.000 freiwilligen Helferinnen und Helfern schafft es Le+O jede Woche, 14 Tonnen Essen an jene Menschen in Österreich weiterzugeben, die es am dringendsten brauchen.

https://www.agendadonaustadt.at/projekte-detail/pzuviel-wir-teilen-gerne-p.html 

Weitergeben und Tauschen von Obst- und Gemüse-Überschüssen aus dem eignen Garten: BewohnerInnen aus zwei Siedlungen der südlichen Donaustadt starteten diese Initiative im Frühling 2014. Ihr Anliegen ist, Ernte-Überschüsse verfügbar zu machen, denn zu viele Lebensmittel landen im Müll. Die InitiatorInnen geben nicht nur ihre Lebensmittel gerne weiter, sondern auch ihre Erfahrungen in dem Projekt. Denn unter dem Motto „Zuviel? Wir teilen gerne!“ können überall Obst- und Gemüse-Überschüssen aus dem eignen Garten weitergegeben und getauscht werden!

https://feldschafft.at/ 

Ungenutztes nutzen und kennenlernen: Die feld:schafft kocht. Und bildet: für Wertschätzung, gegen Verschwendung. Aus ungenutzten Lebensmitteln werden Speisen für Caterings, Suppen als Liefermenüs oder Haltbargemachtes im Glas gezaubert. Schulklassen und Erwachsene können die Hintergründe von Lebensmitteln, deren Produktion und Verschwendung im Rahmen des Bildungsprogramms erfahren. Die feld:schafft arbeitet mit einer Vielfalt von Projekten für die Wertschätzung von Lebensmitteln, um möglichst viele von ihnen doch zu nutzen.

https://foodsharing.at/ 

„Fair-Teiler“ für alle: Seit 2012 rettet die foodsharing-Bewegung täglich tonnenweise gute Lebensmittel vor dem Müll. Die Organisation verteilt sie ehrenamtlich und kostenfrei im Bekanntenkreis, der Nachbarschaft, in Obdachlosenheimen, Abgabestellen für sozial Benachteiligte und über die Plattform foodsharing. Die öffentlich zugänglichen Regale und Kühlschränke, sogenannte „Fairteiler“, stehen allen zur Verfügung.

https://www.roteskreuz.at/ich-brauche-hilfe/team-oesterreich-tafel 

Jeden Samstag Essen retten: Die Team Österreich Tafel ist eine Initiative vom Österreichischen Roten Kreuz und Hitradio Ö3. Unter dem Motto „Sammeln statt vergammeln, verwenden statt verschwenden“ haben die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer des Team Österreich seit März 2010 Woche für Woche einen fixen Einsatz: Jeden Samstag sammeln sie einwandfreie, aber nicht mehr verkäufliche Lebensmittel, um sie unmittelbar an Menschen in Not auszugeben. So werden in 118 Ausgabestellen regelmäßig ca. 19.000 Familien versorgt.

https://www.tischlein-deckdich.at/ 

Vorarlbergs Lebensmittelverteiler: „Verteilen statt vernichten” ist der Grundsatz des Vorarlberger Vereins Tischlein Deck Dich, der im Handel unverkäufliche Lebensmittel an Bedürftige verteilt. 2004 reichte noch die Garage und der alte VW-Bus des Gründerpaares als kleines Lager, mittlerweile werden pro Woche bis zu 30 Tonnen Lebensmittel mit 10 Vereinsfahrzeugen zu den Ausgabestellen transportiert.

https://dietafeln.at/ 

Brücke zwischen Überfluss und Mangel: Der Verband ist die Interessenvertretung von zehn Mitgliedstafeln, die teilweise seit mehreren Jahrzehnten österreichweit Lebensmittel retten, um sie an Armutsbetroffene weiterzugeben und damit eine Brücke zwischen Überfluss und Mangel zu schlagen. Zu seinen Kernaufgaben gehört außerdem die Bewusstseinsbildung in den Bereichen Armut, Hunger und Lebensmittelverschwendung. Allein im Jahr 2020 haben mehr als 4.200 Großteils ehrenamtliche Mitarbeitende rund 76.000 Armutsbetroffene mit knapp 5.000 Tonnen Lebensmitteln versorgt. Das bedeutet in etwa 10 Millionen Mahlzeiten.

https://www.verein-startup.at/ 

Lebensmittel im Foodpoint: Wie kann es sein, dass Mülltonnen zum Bersten voll sind und es gleichzeitig Menschen gibt, denen es an Grundnahrungsmitteln fehlt? Das fragt sich der Verein Start Up und stellt deshalb Lebensmittel für einen Unkostenbeitrag zur Verfügung. In den Abholstationen Foodpoint finden sich etwa gute aber verbeulte Pfirsichdosen, reife Bananen oder Püree im beschädigten Karton, die Aufgrund des Aussehens nicht regulär verkauft werden.

https://oekosozial.at/wien/was-wir-tun/fairteiler-kuehrschraenke-zur-lebensmittelweitergabe/ 

FAIRteiler-Kühlschränke zur Lebensmittelweitergabe: An fünf Standorten in Wien (3.; 6.; 8.; 12.; 17.) steht mittlerweile ein FAIR.teiler Kühlschrank für die Allgemeinheit zugänglich, die für die Weitergabe genießbarer Lebensmittel zur Verfügung gestellt wurden. Sie dienen der Vermeidung von Lebensmittelabfällen, der Bewusstseinsbildung und der Sensibilisierung.pro Kühlschrank können jährlich mehr als 1500 Kilogramm Lebensmittel gerettet und weitergegeben werden. Beliefert werden diese vor allem durch die Foodsharing Wien, die sich der Rettung und der Weitergabe genießbarer Lebensmittel verschrieben hat. Das Projekt soll Stück für Stück auf alle Nachbarschaftszentren des Wiener Hilfswerks ausgeweitet werden.

https://soma-salzburg.at/wp/ueber-uns/wer-wir-sind/

Nahrungsmittel, die aufgrund der Problematik des Mindeshaltbarkeitsdatums, falscher Etikettierung, leichter Verpackungsschäden etc. nicht mehr für den herkömmlichen Verkauf bestimmt sind, werden in unserem SOMA-Markt an Menschen mit geringem Einkommen zu günstigen Preisen weitergegeben. Es werden ausschließlich kostenlos zur Verfügung gestellte Waren angeboten und keine Produkte zugekauft.

https://www.view-salzburg.at/was/lebensmittelretten/ 

VIEW „rettet“ Lebensmittel: Der Verein bewahrt in Kooperation mit einigen großen Unternehmen Lebensmittel vor der Entsorgung. Seit Aufnahme der Liefertätigkeit Ende 2007 bis Ende 2021 haben diese Kooperationspartner rund 680.000 kg unverkäufliche, aber genießbare Lebensmittel gratis an VIEW abgegeben, um in gemeinnützigen Einrichtungen ihrer Bestimmung gemäß verzehrt zu werden.

III. Netzwerke:

https://www.bmk.gv.at/themen/klima_umwelt/abfall/abfallvermeidung/publikationen/aktionsprogramm.html 

Kooperation für mehr Achtsamkeit: „Lebensmittel sind kostbar!” ist eine Initiative des Bundes für mehr Achtsamkeit im Umgang mit Lebensmitteln. Das Ziel ist es, in enger Kooperation mit der Wirtschaft, den Konsumentinnen und Konsumenten, mit Gemeinden und mit sozialen Einrichtungen eine nachhaltige Vermeidung und Verringerung von Lebensmittelabfällen zu fördern.

https://united-against-waste.at/ 

Food Branche gegen Verschwendung: In der „Außer-Haus-Verpflegung“, also Gastronomie, Hotellerie und Großküchen, fallen täglich Lebensmittelreste an. Hier setzt United Against Waste an: Damit am Ende des Tages keine Speisen mehr liegen bleiben, hilft die Initiative bei der Erfassung, der Analyse und schließlich der Reduktion der Lebensmittelabfälle. Durch Monitoring und Beratung bewegen sie zum bewussten Umgang und können Reste so langfristig vermeiden.

https://www.zerowasteaustria.at/ 

Inspiration & Netzwerk: Zero Waste Austria setzt sich seit Jahren erfolgreich dafür ein, Zero Waste als Lebensstil und Unternehmenskonzept salonfähig zu machen. Der gemeinnützige Verein vernetzt österreichweit Zero Waste Unternehmen, bietet Vorträge und Workshops an und ist somit der optimale Nährboden für eine Gesellschaft ohne Lebensmittelverschwendung.

https://foodcoops.at/ 

Einkaufsgemeinschaften: Eine FoodCoop (Food Cooperative, zu Deutsch: Lebensmittel-kooperative) ist der Zusammenschluss von Personen und Haushalten, die selbstorganisiert (biologische) Produkte direkt von lokalen Bauernhöfen, Gärtnereien, Imkereien & Co. beziehen. In Österreich gibt es unterschiedliche FoodCoops: Mehrere haben sich als Vereine organisiert, andere bestehen informell, wieder andere funktionieren über Online- Bestellsysteme.

https://robin-foods.org/

Die Vision von Robin Foods geht weit über die Nahrungsmittelrettung hinaus. Sie setzen sich das Ziel, ein umfassendes Versorgungsnetzwerk für und mit Bürger:innen aufzubauen. Ihr Fokus liegt darauf, Initiativen zu unterstützen, die einen Wandel in eine Zukunft des sozialen Friedens vorantreiben möchten. Dabei soll die Rettung und das Haltbarmachen von Lebensmitteln sowie öffentliche Food Waste Events Menschen miteinander verbinden. Robin Foods will in richtig großen Mengen Lebensmittel haltbar machen und einfachen Bürger:innen zur Verfügung stellen. Weiters informieren die Initiative Bürger:innen über „Impact-Initiativen“.