Thema 4: Integration ins Bildungswesen

In den letzten Jahren wurden dieser Ansatz und der Fokus auf Fähigkeiten stärker in die Lehrpläne von Schulen und andere nicht-formale, „clubbasierte“ Programme integriert.

Es gibt keine umfassende Liste von Ländern, die Computational Thinking in ihre Lehrpläne integriert haben, da die Umsetzung und das Ausmaß der Computational Thinking-Bildung von Land zu Land und sogar innerhalb von Regionen stark variiert. Einige Länder von denen bekannt ist, dass sie Anstrengungen unternommen haben, Computational Thinking in ihre Bildungssysteme zu integrieren, sind das Vereinigte Königreich, Australien, Singapur, Südafrika, Schottland und die Vereinigten Staaten.

Der Begriff “Maker Education” hat seinen Ursprung in den USA, kann aber in den verschiedenen Ländern unterschiedlich definiert und interpretiert werden. Einige Länder wie die Vereinigten Staaten, das Vereinigte Königreich sowie Australien haben sich jedoch die Maker Education zu eigen gemacht und Programme und Initiativen zur Förderung des praktischen, projektbasierten Lernens in Schulen eingeführt.

Darüber hinaus haben Länder in Europa wie Deutschland, Schweden und die Niederlande eine starke Tradition, praktisches, praxisnahes Lernen zu betonen, und kennen formale und nicht-formale Programme, die diese Art von Lernaktivitäten durchführen.

Lernprozesse, die Computational Thinking und Maker Education einschließen, konzentrieren sich nicht darauf, was „richtig“ oder „falsch“ ist, sondern beinhalten einen Prozess, bei dem sich die Lehrkräfte darauf konzentrieren, ihren Schüler:innen dabei zu helfen, über die umfassenderen Auswirkungen ihrer Wahl und Entscheidungen nachzudenken (DESIGN FUTURES. 2020). Daher sollten Didaktiker:innen ihren Schüler:innen die Möglichkeit geben, ihre eigenen, unabhängigen Interessen durch diese neuen Fähigkeiten zu verfolgen (OLIVER, K.M. 2016)

Neben der Anpassung an diese neue Art des Unterrichtens erhalten die Lehrkräfte jedoch auch mehr Freiheit mit ihrem Unterricht zu experimentieren und können einen schüler:innen-zentrierten Ansatz in ihren Unterricht einfließen lassen, um die Lernerfahrungen ihrer Schüler:innen zu verbessern (KRUMMECK, K. 2017). Dies könnte durch eine Verschiebung des mentalen Modells der Lehrkräfte über das Lernen der Schüler:innen unterstützt werden – weg vom Erlernen von Lösungen für immer schwierigere Übungen als isolierte Reihe von Fähigkeiten – hin zur Betrachtung des Lernens der Schüler:innen als integriertes und zusammenhängendes Rahmenwerk über mehrere Projekte hinweg (HALVERSON & SHERIDan. 2014). Um dies zu erreichen, müssen die Lehrkräfte häufig darin geschult werden, wie sie diesen Übergang erfolgreich gestalten können.

Einfach ausgedrückt, ist es wichtig, die Sichtweise der Lehrkräfte auf das Lernen bei der Gestaltung des Bildungswandels einzubeziehen.

Die OECD-Prüfung “Programme for International Student Assessment”  wird im Jahr 2022 eine Bewertung des kreativen Denkens beinhalten. Bei der PISA-Prüfung 2022 für kreatives Denken wird die Fähigkeit der Schüler:innen geprüft, vielfältige und originelle Ideen zu entwickeln und Ideen in einer Reihe von Kontexten durch offene Kommunikations- und Problemlösungsaufgaben zu bewerten und zu verbessern. Die Bewertung umfasst ein neues, interaktives visuelles Design-Tool. (PISA. 2021) Zum ersten Mal bei PISA müssen die Schüler:innen bei einigen Aufgaben ein visuelles Artefakt erstellen, anstatt eine schriftliche Antwort zu verfassen oder die richtige Antwort auszuwählen.

Für PISA 2025 ist außerdem die Erhebung „Lernen in der digitalen Welt“ geplant, die internationale Daten über die Fähigkeit der Schüler:innen liefern wird, einen iterativen Prozess des Wissensaufbaus und der Problemlösung unter Verwendung von Computerwerkzeugen zu durchlaufen.

Die Daten werden unser Verständnis der Fähigkeiten und Einstellungen verbessern, die Schüler:innen benötigen, um in einem zunehmend digitalen Bildungs- und Arbeitsumfeld eigenständig lernen zu können.